Emotionale Abhängigkeit

Wie entsteht eine emotionale Abhängigkeit und in welcher Form beeinflusst diese dann mein Leben?

Als erstes gilt es, emotionale Abhängigkeiten zu erkennen, um ihnen etwas entgegensetzen zu können. Das ist der erste wichtige Schritt in Richtung Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben.
Emotionale Abhängigkeiten machen sich in zwischenmenschlichen Beziehungen bemerkbar, und das nicht gerade positiv. Immer wenn wir das Gefühl haben, zu wenig von etwas von unserem Gegenüber zu bekommen, also einen Mangel wahrnehmen, können wir ziemlich sicher sein, etwas entdeckt zu haben.

Es sind Gefühle von fehlender Wertschätzung, mangelnder Aufmerksamkeit, Respektlosigkeit oder andere negative Gefühle, die uns ereilen.
Den Auslöser für das Gefühl suchen wir oftmals im Außen und geben unseren Mitmenschen die Schuld daran, dass wir uns schlecht fühlen.

Praktisch – aber leider nur kurzfristig eine gute Entscheidung. Auf lange Sicht werden wir diese Gefühle damit nicht aufarbeiten, geschweige denn diese identifizieren, um den Ursprung zu erkennen und sie ihrer Grundlage zu berauben.

Es sind Gefühle, die wir in unserer Kindheit gefühlt haben, wo wir uns der Situation gegenüber machtlos gegenüber gesehen haben oder, nur mit einem begrenzten Handlungsrahmen ausgestattet, versucht haben, einen etwaigen Mangel zu kompensieren oder Schmerz zu lindern.

Das Automatik-Getriebe im Gemüt

Diese Strategien haben wir als Erwachsene in unserem Leben so oft angewandt, dass sie zu Gewohnheiten geworden sind.
Also wenn wir mit einer Situation konfrontiert werden, die unser Unterbewusstsein mit solch einer in der Kindheit erlebten Situation assoziiert, dann schalten wir quasi auf Autopilot. Der Autopilot übernimmt und spult ein gespeichertes Programm ab. Durch dieses Programm nehmen wir Sinneseindrücke mit der damaligen Perspektive war und versuchen mit den gespeicherten Handlungsmustern eine Lösung zu schaffen.

Die Handlungsmuster sind aber in der Welt der Erwachsenen nicht mehr angebracht und machen die Situation nicht besser. Eher schlimmer.
Durch die Interaktion mit anderen Menschen findet ein Aufschaukeln statt. Durch mein kindliches Verhalten wird in meinem Gegenüber oftmals auch das innere Kind angesprochen.

Wenn sich dann zwei Menschen gegenüberstehen und sich gegenseitig mit Handlungsmustern begegnen, die einem Erwachsenen nicht gerecht werden, kann sich die Situation nicht klären oder beruhigen.
In dem Moment sind wir für rationale Informationsverarbeitung nicht offen.
Wir fühlen uns verletzt und verletzen zurück, um uns zu verteidigen.

Eine emotionale Abhängigkeit baut sich leicht in einer Partnerschaft oder einem Arbeitsverhältnis auf. Die Dinge, die wir von unseren Eltern meinen nicht ausreichend bekommen zu haben, erwarten wir von unserem Partner, unseren Vorgesetzten, oder Kollegen.

Das muss nicht einmal bewusst stattfinden. Wir erwarten die Anerkennung vom Chef, die Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Zuwendung von unserem Partner.

Da wir der Meinung sind, dort einen Mangel zu haben, und denken, dass andere dafür verantwortlich sind, diesen Mangel auszugleichen, machen wir uns emotional von unseren Mitmenschen abhängig.

Diesen wahrgenommenen Mangel gilt es zu identifizieren und mit erwachsenen Lösungsansätzen zu beseitigen.

Solange wir uns nicht von solchen Abhängigkeiten lösen, ist unser Gefühlsleben immer vom Außen abhängig. Wir haben keine Kontrolle darüber, wie unsere mentale Verfassung ist. Wir geben die Macht über unsere Gefühle anderen Menschen in die Hand.

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